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Bericht von Alfred Wetzler und Rudolf Vrba, denen die Flucht aus dem KZ Auschwitz gelungen war (Ende April 1944)

Am 7. April 1944 gelang den beiden slowakischen Häftlingen Alfred Wetzler und Rudolf Vrba die Flucht aus Auschwitz, dem größten Konzentrationslagerkomplex des NS-Regimes. Das im Süden Polens gelegene Lager Auschwitz setzte sich aus drei Hauptlagern sowie 39 Nebenlagern zusammen, in denen sich zehntausende Insassen zu Tode arbeiten mussten. Im sogenannten Auschwitz II (Auschwitz-Birkenau), dem eigentlichen Vernichtungslager des Komplexes, starben insgesamt mehr als eine Million Menschen.

Wetzler (der sich später Josef Lanik nannte) und Vrba (eigentlich Walter Rosenberg) verbrachten beide ungefähr zwei Jahre in Auschwitz. Wetzler war am 13. April 1942 aus dem Lager Sered in der südlichen Slowakei dorthin verlegt worden.

Vrba kam Ende Juni 1942 im Lager an, nachdem er zwei Wochen im KZ Majdanek nahe Lublin in Polen verbracht hatte.


Aus ihren Berichten: (beziehen sich also auf die O. im KZ A.)

In den Baracken / Blocks genannt Bearbeiten

Jeder Block unter einem SS-Mann (Blockführer) hat 5 Funktionäre (Häftlingsdienste): einen Blockältesten, den Blockschreiber, den Pfleger, 2 Stubendienste

Deren Aufgaben sind:

Der BlockältesteBearbeiten

trägt eine Binde am linken Arm mit der Bezeichnung seines Blockes: Block Nr.... Er ist für die allgemeine Ordnung im Block verantwortlich, ist in seinem Block Herr über Leben und Tod. Bis Februar 1944 waren etwa 50% aller Blockältesten Juden, dann kam aus Berlin die Direktive, wonach Juden diesen Posten nicht bekleiden dürfen.

Sie wurden also bis auf 3 slowakische Juden, die diesen Posten trotz des Verbotes weiter behalten konnten abgelöst. Die drei slowakischen Juden sind: Arnest Rosim (Hazek) Dr. Andreas Müller Walter Spitzer

Der Blockschreiber Bearbeiten

- Zilina - Blockältester im Block 24, Aufräumungskommando und Bendsburger Handwerker Podolinec - Blockältester im Block 13, Quarantänelager Neusova - Blockältester im Block 14, Krankenbau ist ausführendes Organ des Blockältesten, er macht alle angeordneten schriftlichen Arbeiten, führt den Stand und die Kartei. Die Arbeit des Blockschreibers ist sehr verantwortungsvoll. Der jeweilige Stand ist peinlich genau zu führen. Die Häftlinge werden nach ihren Nummern und nicht nach ihrem Namen in Evidenz gehalten, weshalb sich ein Irrtum leicht einschleichen kann. Dies kann aber verhängnisvoll werden. Hat der Blockschreiber irrtümlich eine Nummer tot gemeldet - was bei der gewohnt hohen Mortalität leicht möglich ist und auch öfter vorgekommen ist - so wird dieser Fehler einfach dadurch gutgemacht, dass der Betreffende tatsächlich nachträglich hingerichtet wird. In der einmal weiterbeförderten Meldung kann keine Korrektur vorgenommen werden. Die Blockschreiber-Stelle ist eine Pachtstellung im Block und wird häufig missbraucht.

Der Pfleger und die beiden Stubendienste Bearbeiten

haben die manuellen Arbeiten in und um den Block zu erledigen, wobei von einer Pflege natürlich keine Rede sein kann.

Capos, Obercapo Bearbeiten

Führer der Arbeitskommandos (Arbeitsgruppen) sind die Capo. Während der Arbeit ist der Capo die höchste Autorität, er verfügt vollkommen über die ihm unterstellten Häftlinge. Es ist nicht selten, dass der Capo einen ihm unterstellten Häftling während der Arbeit erschlägt. Bei größeren Kommandos gibt es mehrere Capos, über welchen dann der Obercapo steht. Früher waren häufig auch Juden Capos, eine Verfügung aus Berlin hat dies jedoch verboten. Ein Jude hat diesen Posten dennoch beibehalten können, es ist ein gewisser

Der Lagerälteste Bearbeiten

In der Häftlingsorganisation des ganzen Lager steht der Lagerälteste an der Spitze. Er ist auch Häftling. Der gegenwärtige Lagerälteste in Birkenau ist: Häftlingsnummer 11.182 Franz Danisch, politischer Häftling aus Königshütte, O/S. Er ist uneingeschränkter Herr über das ganze Lager, er kann Blockälteste und Blockschreiber ernennen oder absetzen, Arbeitsstellen anweisen usw. Danisch verhält sich auch Juden gegenüber sehr korrekt, ist objektiv und unbestechlich.

Der RapportschreiberBearbeiten

Neben dem Lagerältesten steht der Rapportschreiber. Er besitzt die größte Machtposition im Lager. Er steht in direkter Verbindung mit dem Lagerkommando, indem er derjenige ist, der die Befehle der Lagerführung übernimmt und ihr auch alle Meldungen erstattet. Er übt einen großen Einfluss auf die Lagerführung aus.

Ihm unterstehen direkt alle Blockschreiber, die ihre Meldungen ihm zu unterbreiten haben. Der Rapportschreiber im Lager Birkenau ist: Häftlingsnummer: 31.029 Kasimir Gork, Pole, ehemaliger Bankbeamter aus Warschau. Er ist wohl Antisemit, hat aber den Juden direkt nicht geschadet.

SS-WachenBearbeiten

BlockführerBearbeiten

Die obere Kontrolle über die Blocks haben 6-8 "Blockführer" inne. Diese sind SS-Männer. Durch diese wird allabendlich der Appell abgehalten, dessen Ergebnis sodann ihrem Vorgesetzten der Lagerführer Untersturmbannführer Schwarzhuber aus Tirol gemeldet wird. Schwarzhuber ist Alkoholiker und Sadist.

Lagerführer und LagerkommandantBearbeiten

Über dem Lagerführer steht der Lagerkommandant. Er ist gleichzeitig Lagerkommandant von Auschwitz. Das Konzentrationslager Auschwitz hat ebenfalls einen Lagerführer, der dem gemeinsamen Lagerkommandanten Auschwitz-Birkenau unterstellt ist. Der Lagerkommandant heißt: Höss.

Weblinks, Medien Bearbeiten

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