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Gerhart Riegner, ein leitender Funktionär des Jüdischen Weltkongresses in Genf, hatte im August 1942 Informationen nach Amerika weitergeleitet, wonach die Juden "auf einen Schlag vernichtet" werden sollten.


Anmerkung:

Im November 1942 war der polnische Offizier Jan Karski, der zuvor von der Untergrundbewegung in das Warschauer Ghetto und in die Nähe des Vernichtungslagers Belzec geschmuggelt worden war, nach England gelangt.

Bis 1944 gelangten immer neue Berichte über Nazi-Gräuel, etwa von den im April aus Auschwitz geflohenen Juden Rudolf Vrba und Alfred Wetzler.

Angesichts der Massendeportation ungarischer Juden von Mai 1944 an forderten Vertreter jüdischer Organisationen die Zerstörung der Bahnlinien nach Osten.


LebenBearbeiten

Das Hist. Lexikon der Schweiz (Verf. Daniel Gerson) schreibt über sein Leben:

Geboren 12.9. 1911 in Berlin, gest. 3.12.2001 in Genf. Sohn des Heinrich R., Anwalts, und der Agnes geb. Arnheim. Ledig.

Studium in Freiburg, Den Haag, Heidelberg und in Berlin 1929-33 (Stud. der Rechtswissenschaften), 1933-34 Studium in Paris, 1934 Emigration in die Schweiz, Studien am Institut univérsitaire de hautes études internationales in Genf sowie an der Akad. für Völkerrecht in Den Haag.

1936-39 Rechtsbeistand der Genfer Geschäftsstelle des World Jewish Congress (WJC) in Fragen des Minderheitenschutzes des Völkerbunds, 1939-48 Direktor der Genfer Geschäftsstelle des WJC, in der Flüchtlingshilfe tätig.


1942 Übermittlung erster Informationen über den Völkermord an den europ. Juden an die Regierungen Grossbritanniens und der USA sowie an jüd. Organisationen.

1948-65 Vertreter des WJC in versch. UNO-Organisationen (u.a. ILO und Unesco), daneben aktiv im interkonfessionellen Dialog zwischen der jüd. Gemeinschaft und den christl. Kirchen. 1965-92 Sekr. des WJC.

Daten in 1942Bearbeiten

  • 8. August 1942: das Telegramm an die Regierungen und jüd. Organisationen in den USA und Großbritannien. Diese erste fundierte Information über die Massentötung von Juden in Osteuropa wurde teils als unglaubwürdig angesehen, teils bewußt unterdrückt.
  • 24. November: Stephen Wise, der Präsident des WJC, der erst durch den brit. Parlamentsabgeordneten Sidney Silverman von ihr erfuhr, gab das „Riegner-Telegramm“ am 24. November an die Presse weiter.
  • Erst jetzt wurde es Präsident Roosevelt vorgelegt
  • Roosevelt empfing am 8. Dezember eine jüd. Delegation unter Leitung von Wise.
  • Dies führte zu der Erklärung vom 17. Dezember 1942, in der die Alliierten den Massenmord an den Juden verurteilten.

Schriften _Riegners Bearbeiten

  • Die Beziehung des Roten Kreuzes zu Theresienstadt in der Endphase des Krieges. In: Theresienstädter Studien und Dokumente. Nr. 3, 1996.
  • Niemals verzweifeln – Sechzig Jahre für das jüdische Volk und die Menschenrechte. Bleicher, Gerlingen, 2001, ISBN 3-88350-669-9

Literatur und WeblinksBearbeiten

  • Franz Menges: Riegner, Gerhart M.. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 21, Duncker & Humblot, Berlin 2003, ISBN 3-428-11202-4, S. 585 f. (Digitalisat).
  • Daniel Gerson: Riegner, Gerhart im Historischen Lexikon der Schweiz (s.o.)
  • Ekkart Sauser: RIEGNER, Gerhart M.. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 20, Bautz, Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3, Sp. 1221–1222.
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhart_M._Riegner Gerhart Morizz Riegner

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