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Hauptbahnhof (Heidelberg)

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Der Hauptbahnhof Heidelberg oder im Eisenbahnerdeutsch "Heidelberg Hauptbahnhof" ist ein Neubau aus den 1950er Jahren. Ein Längsbau mit einem Querbahnsteig über alle Gleise und schräg davor gestellt eine hohe gläserne Beton-Eingangshalle.

HbfHD 2015.jpg

Foto von dem benachbarten runden BG-Chemie-Gebäude in Südrichtung aufgenommen

Der "neue" Heidelberger Hauptbahnhof wurde 1955 als moderner Durchgangsbahnhof fertig gebaut. Er löste den alten Hauptbahnhof in der Stadtmitte ab, welcher als Kopfbahnhof angelegt war. Er liegt nun am Westende des Stadtzentrums. Die Straßenachse zur Altstadt und dem Schloss hin heißt Kurfürstenanlage. Der Hauptbahnhof ist an das Nah- und Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn AG (früher Deutsche Bundesbahn) angeschlossen.


Auf die alte Lage des ehemaligen Hauptbahnhofes weist heute noch der Name der Bahnhofstraße hin, die - vom alten Bahnhof weg - an den Gleisen (heute Kurfürstenanlage) in Richtung Eppelheim entlang führte.

aktuell 2017 Bearbeiten

Umbau am HauptbahnhofBearbeiten

Ab Sommer bekommt Heidelberg seine GroßbaustelleBearbeiten

Am 31. Juli 2017 beginnt der Verkehrsverbund RNV, die Haltestelle am nördlichen Ausgang vom Hauptbahnhof umzubauen - Dazu wird die Kurfürsten-Anlage dort voll gesperrt - Viele Straßenbahnen ändern deshalb für einige Monate ihre Route




Vorlage:Verkehrstafel zur Lokation


Die Straßenbahn-Linie 21 fährt vom Bismarckplatz direkt über die Bergheimer, nicht über den Bahnhof, und biegt rechts in die Berliner Straße nach Norden ab und fährt bis nach Schriesheim.

Der Schienenersatzverkehr der Linie 22 - bedingt durch die bereits vorhandene Baustelle in der Eppelheimer Straße - ist nicht betroffen.

Die Straßenbahn-Linie 23 endet, von Süden kommend, am Bismarckplatz, die Linie 24 am "Hauptbahnhof Ost".

Straßenbahn-Linie 24 Richtung Norden: es verkehrt ein Busersatzverkehr bis zum Technologiepark. Neu eingerichtet wird die Linie 25, die von Handschuhsheim über den Bismarckplatz zum "Hauptbahnhof Ost" fährt.

Die OEG-Linie 5 wird im Stadtgebiet unterbrochen: Die OEG-Linie 5 aus Mannheim endet ein paar Meter vorher an der Ersatzhaltestelle "Hauptbahnhof West", vor dem neuen F+U-Schulgebäude. Von dort müssen die Passagiere, die zum Bismarckplatz wollen, zu Fuß bis zur Ersatzhaltestelle "Hauptbahnhof Ost" vor der Print Media Academy gehen.

Die von Norden kommenden OEG-Bahnen enden nicht an der Ersatzhaltestelle "Hauptbahnhof Ost". Überraschung: Die OEG werden ab dem Bismarckplatz als Linie 26 nach Kirchheim weiterfahren.

Form follows Function Bearbeiten

Das Grundgesetz der modernen Architekur und des Designs fordert, dass die äußere Hülle (die Form) der Funktion angepasst werden muss. Diesem Gesetz folgte der Bahnhofsentwurf mit seinen vier wesentlichen Bauelementen: Empfangshalle inklusive Vorplätzen, Verwaltungs- und Gastronomietrakt, Bahnsteigbrücke und die Bahnsteige mit ihren geschwungenen Spannbetonüberdachungen (nur noch teilweise erhalten). Die Erschließung für die Bahnpost blieb weitgehend unsichtbar. Betriebsleitung und Stellwerk waren z. T. hinter der Empfangshalle "versteckt".



Die  zweiseitig verglaste Schalterhalle im Empfangsgebäude ist 16 x 52 Meter groß und vier Stockwerke hoch. Sie wirkt trotz der Baumasse dadurch von Außen und Innen recht transparent, leicht. An der Außenfassade mahnt eine übergroße Normaluhr die Reisenden. In dieser Fassade sind zwischen den Türbereichen zur Stadt hin drei sich sowohl nach innen als auch nach außen öffnende Kioske (Lebensmittel, Zeitungen, Andenken) eingebaut. An der Stirnwand gab es jahrzehntelang eine -jetzt verdeckte- Werbung für die Heidelberger Druckmaschinen und zu den Gleisen hin die Normaluhr und eine Wandmalerei in Sgraffitotechnik ("Sonnenwagen") von Joseph Karl Huber.



Im Verwaltungs- und Gastronomietrakt sind bzw. waren im  Erdgeschoss Wartesäle und Wirtschaftsbetriebe einschließlich der nötigen Küchenanlagen untergebracht. Der Schnellimbiss wie auch die Bahnhofsgaststätte mit dem angegliederten Wein- und Gesellschaftszimmer sind mit großen verglasten Türen zum Bahnhofsplatz geöffnet, auf dem ursprünglich im Sommer auch eine Terrassenbewirtschaftung vorgesehen war. Daraus wurde bisher noch nichts. Aber es gibt einen Anbau mit McDonald's und einem Ibis-Hotel dazu. Das Untergeschoss dieses Gebäudeteils nahm die öffentlichen Toiletten und Friseur-, Wasch- und Baderäume auf.



Die Planung des Empfangsgebäudes ist ein Werk des Hochbaudezernenten der Bundesbahndirektion Stuttgart Helmuth Conradi (1903-1973), einem Architektur-Schüler von Paul Schmitthenner und Paul Bonatz an der TH Stuttgart.



Das Betriebswerk im Vorfeld, der kleine Güterbahnhof nebenan und die Stellwerke waren zwar für die Funktion des Gesamtbetriebs Eisenbahn erforderlich - aber nicht für den Reisezweck aus der Sicht des individuellen Reisenden. Sie entstanden deshalb zum Teil in einer anderen, bescheideneren Formensprache, z. T. bereits in den 30er Jahren.



Zu seiner Geschichte Bearbeiten

1955 - Umzug und EröffnungBearbeiten

Am 5. Mai 1955 wurde der Hauptbahnhof vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss eröffnet. Der Umzug von Bahnhof und Gleisanlagen aus der Stadtmitte um zwei Kilometer nach Westen erforderte jahrelange Bauarbeiten und detaillierte Planungen, weil der Verkehr auf den Gleisen immer aufrecht erhalten wurde.



Der Vorgängerbau (Alter Heidelberger Hauptbahnhof) entstand in den Jahren nach 1840. Bereits damals wurde an der Stadtmauer einer der ersten deutschen Bahnhöfe unweit des heutigen Verkehrsknotens Bismarckplatz auf der damals grünen Wiese, weit außerhalb, errichtet. Es ging um die erste badische Bahnverbindung nach Mannheim. Als 1846  die Strecke nach Frankfurt hinzukam, wurde neben dem bereits bestehenden Badischen Bahnhof ein weiterer Kopfbahnhof, der Main-Neckar-Bahnhof, ungefähr da errichtet, wo heute das Mengler-Hochhaus steht. 1953 entstand wieder einer der modernsten Bahnhöfe, ausgestattet mit neuster Technik im Nachkriegsdeutschland. Das "Kopfmachen" der Züge konnte entfallen. Schluß war es noch nicht mit "Mannem hinne" ab Friedrichsfeld.




Das gewonnene innerstädtische Gelände, die ehemaligen Gleisanlagen mit ihren störenden Bahnübergängen am Römerkreis und Seegarten, wurden bis 1956 komplett demontiert und mit damals modernen Behördenbauten und einer vierspurigen Verkehrsachse für Kfz-Fahrzeuge neu besiedelt: die Kurfürsten-Anlage.



Bahnstadt Bearbeiten

Der Güterbahnhof Heidelberg wurde 1997 stillgelegt. Auf dem großen Gelände zwischen Speyerer Straße und Pfaffengrund wird nun ein neuer Stadtteil geplant. Seine Planungen laufen unter dem vorläufigen Namen Bahnstadt. Die Deutsche Bahn war früher Eigentümer der größten Geländeanteile in diesem Bereich. Beim städtebaulichen Konzept war auch die Frage der Bodensanierung von dort vermuteten Altlasten zu klären.

Alte DrehscheibeBearbeiten

In Heidelberg gab es eine Drehscheibe für Dampfloks zum Wenden im Betriebsbahnhof etwa auf Höhe von Stellwerk 2 (neben dem Ochsenkopf). In der Rhein-Neckar-Zeitung war zu lesen, dass es auf dem zukünftigen Bahnstadtgelände in Heidelberg noch eine alte Drehscheibe gibt, deren Erhaltung vielleicht noch lohnt. Sie war zuletzt 1998 in Betrieb und wurde dann am 27. September 98 stillgelegt. Denn das wäre die letzte in ganz Nordbaden. Beide sollten am besten zu einem technischen Denkmal erklärt werden. Im neuen Betriebswerk am Ochsenkopf  für Elektroloks ab 1955 gab es dann nämlich nur noch eine Schiebebühne, die inzwischen auch weitgehend demoliert zu sein scheint. Der Rangierbahnhof existierte bis dahin  (neunziger Jahre), wurde aber bereits früher weitgehend von Mannheim abgelöst. 



(Rhein-Neckar-Zeitung, Nr. 175 vom 25. Nov. 2008, Seite 5)



Neue Leittechnik ab 2006Bearbeiten

Der Heidelberger Hauptbahnhof wird seit 2006 von Karlsruhe aus "ferngesteuert". Das heißt, dass von dort die Weichen und Signale (Bahnler-Deutsch: die Fahrstraßen) bedient werden. Die Umstellung des Heidelberger Hauptbahnhofs auf das neue elektronische Stellwerk verlief nach Bahnberichten am 25. und 26. November 2006 reibungslos. An diesen beiden Tagen war der Bahnverkehr in und um Heidelberg allerdings dafür auch völlig eingestellt. Auch die Ansagen für die Bahnsteig-Kundschaft kommen nun per Kabel von auswärts, nämlich vom HBhf Mannheim.



Querbahnsteighalle, Ausgang Süd Bearbeiten

Die Querbahnsteighalle verbindet brückenartig die vier Bahnsteige (Gleis 2 bis 10) mit der Bahnhofshalle. Sie soll über die Gleise des Hauptbahnhofs hinaus verlängert werden, damit es vom Bahnhof aus einen direkten Zugang zur im Bau befindlichen Bahnstadt gibt. Diese 91 m lange Brückenhalle soll soll dazu im Baustil der 1950er Jahre von der Deutschen Bahn im Auftrag und auf Kosten der Stadt um 16,4 m verlängert werden. Dummerweise befindet sich dazwischen noch ein Grundstück, das der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gehört, die es vorerst noch nicht hergeben kann oder will. Dort befinden sich in der Nähe noch von den US-Truppen genutzte Flächen. Deshalb wird es eine Zwischenlösung, als Ausgang Süd, hinter Gleis 10 mit Abwärts- und Aufwärtstreppen und einem Fahrstuhl geben. Dafür sind die Kosten schon vor dem Baubeginn auf etwa 2,4 Mio. Euro gestiegen. Hinzu kommen ca. 650.000 Euro für eine Parkplatzfläche (Park and Ride für ca. 100 Pkw und 100 Fahrräder).



Aktualisierung: Die Verlängerung wurde inzwischen gebaut (bis August 2011). Allerdings mit der in Andeutuung beschriebenen (… dummerweise) Zwischenlösung, weil noch keine ebenerdige Anbindung der Bahnstadt erreicht ist. Konstruktiv unterscheidet sich der Anbau durch die vollständig gerade Decke, die nicht die bisherigen drei flachen Gewölbebögen in der Längsrichtung fortführt. Bei Nacht ist das neue Teilstück auffällig in blau ausgeleuchtet.



Bilder Bearbeiten

HDhauptbhof aus Luft.jpg

Vorschaubild (niedr. Auflösg) nicht genordet ! ganzr rechts überdachte Radständer. Davor StraBa-Haltestelle


Literatur Bearbeiten

  • Josef Kaiser, Martin Schack, Richard Winter: 50 Jahre neuer Heidelberger Hauptbahnhof. Von den Anfängen bis zum modernsten Bahnhof Deutschlands. Message, Ludwigshafen am Rhein. 2005. 140 S. ISBN 3934845258 (erschienen zum Bahnhofsjubiläum)
    • darin Josef Kaiser: Heidelberger Zentralstation feierte Jubiläum (Vorlage:Weblink mit mehreren Abbildungen)
  • Martin Schack: Neue Bahnhöfe. Empfangsgebäude der Deutschen Bundesbahn 1948 bis 1973. Neddermeyer. 216 Seiten – 2004. ISBN 3933254493
  • Burkhard Wollny, Andreas Knipping: Deutsche Bundesbahn. Ein Rückblick auf die Jahre 1949-1993. Transpress. 408 Seiten – 2005. ISBN 3613712725


Anschrift und Weblinks Bearbeiten

Anschrift, Lage des Hauptbahnhofs
Willy-Brandt-Platz 5
69115 Heidelberg  (Bergheim)


Links zur Bahn
  • www.bahn.de Deutsche Bahn AG
  • [www.deutschebahn.com/site/bahn/de/geschaefte/infrastruktur__schiene/netz/netzzugang/dokumente/Bahnhof/SNB/R/RH__NBS.pdf Gleisplan des HBfs Heidelberg bei der Bahn AG] (PDF-Datei; 281,9 KB)
  • [www.lokomotive.de/fahrplan/nvww.php?nvww=anz&kap=DE-HD-S&grf=1&det=4&spr=de Der Nahverkehrswegweiser] (lokomotive.de)
  • [www.pro-bahn.de/rhein-neckar Fahrgastverband Pro Bahn Rhein-Neckar]
  • Bei Wikipedia Heidelberg_Hauptbahnhof
  •  Bei Wikipedia Heidelberger_Bahnstadt Bahnstadt in HD
  •  Bei Wikipedia Deutsche_Bahn über die Deutsche Bahn DB AG


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Links zur Verlängerung der Bahnsteighalle


Weitere Fotos, Geschichten...
  • www.stadtpanoramen.de/heidelberg/hauptbahnhof.html|stadtpanoramen.de zum Hauptbahnhof
  • www.epoche-3.de/heidelberg.php|Bei epoche-3.de ausführlicher Artikel von Martin Schack (siehe Literatur)



Siehe auch Bearbeiten

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