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Die Pfalz, genauer die Kurpfalz am Rhein, das Gebiet um Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen, alt Churpfalz bey Rhein und ähnlich geschrieben, ist ein Stammgebiet bairischer Fürsten/Bauernausbeute = Adelsfamilie. Dort wird ein eigener deutscher Dialekt gesprochen - das Pälzisch (ohne f ). Formal gehörten Teile davon bis 1945 zu Bayern; aber bereits 1803 war die Trennung von Bayern defacto vollzogen.

Das Mittelalter Bearbeiten

1214 fiel die Pfalz von den Welfen an die adlige Familie Wittelsbach (welche bereits vom König 1180 das Herzogtum Baiern - ebenfalls zuvor welfisch - erhalten hatten). Seit einer (großen) Teilung der Pfalz 1410 innerhalb der Familie bestand eine vielfältige und recht unübersichtliche Verbindung der Kurpfalz mit mehreren pfälzischen Nebenlinien der Wittelsbacher.

1614 kamen die am Niederrhein gelegenen Herzogtümer Jülich und Berg mit der neuen Hauptstadt Düsseldorf an den Pfalzgrafen - das bey Rhein war nun deren territoriales Programm. Es fand jedoch für diese Herzogtümer nur eine Personalunion statt, keine Vereinigung mit der Kurpfalz (daraus wurden später Teile zusammen mit anderen Gebieten das heutige Bundesland NRW).

1777 starben die bairischen Wittelsbacher aus, und die Pfalz (eine Pfälzer Nebenlinie) wurde mit Baiern zum neuen Staat Pfalzbaiern vereinigt. Die Hauptresidenz Pfalzbaierns wurde von Mannheim nach München verlegt (Kurfürst Carl Theodor).

Herzogtum Berg Bearbeiten

Von 1652 bis 1679 war Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg Herzog in Berg (Wuppertal). Sein Sohn und Nachfolger Johann Wilhelm II. (1679–1716), Kurfürst von der Pfalz (1690–1716), ist bis heute in seiner Residenzstadt Düsseldorf und im Bergischen Land als „Jan Wellem“ in Erinnerung geblieben. Den Verlust des Heidelberger Schlosses ersetzte das Schloss Schwetzingen als Sommerresidenz.


Karl III. Philipp von der Pfalz (1661–1742) übernahm nach dem Tode seines älteren Bruders die Regierung. Er baute seit 1720 Mannheim als Residenz aus und errichtete das Mannheimer Schloss.

1742 kam das Land an den Kurfürsten Karl Theodor aus der Sulzbacher Linie, wurde 1777 ein Landesteil von Kurpfalz-Bayern und ging nach Karl Theodors Tod 1799 an den Herzog Maximilian Joseph von Pfalz-Zweibrücken, den späteren König von Bayern. Dieser überließ das Herzogtum Berg am 30. November 1803 seinem Schwager Herzog Wilhelm in Bayern als Apanage, behielt aber die Souveränität. Wilhelm residierte als Statthalter in Düsseldorf.

Das napoleonische Großherzogtum Berg (1806–1813) =Bearbeiten

→ bei WP Hauptartikel: Großherzogtum Berg

Am 15. März 1806 trat König Maximilian I. Joseph von Bayern sein Herzogtum Berg an Napoleon ab. Kurbayern hatte sich 1805 im Vertrag von Schönbrunn im Tausch gegen das Fürstentum Ansbach dazu verpflichtet. Napoleon übereignete noch am selben Tag die Souveränität über die Herzogtümer Berg und Kleve an seinen Schwager, den französischen Prinzen Joachim Murat, der dadurch, wenn auch nur vorübergehend, auch ein deutscher Reichsfürst wurde. Das Territorium des von Preußen abgetretenen Herzogtums Kleve betraf nur den rechtsrheinischen Teil; der linksrheinische Teil war bereits seit 1797/1801 französisches Staatsgebiet. Murat nahm sein Land am 19. März 1806 in Köln zunächst als Herzog von Kleve (Cleve) und Berg förmlich in Besitz und ließ sich acht Tage später von den Landständen in Düsseldorf huldigen.

NeuzeitBearbeiten

Dank der Französischen Revolution und ihren Folgen für die Monarchien Europas (1789 etwa bis 1816) wurde auch das Territorium der ehemaligen Pfalz mehrfach umverteilt: die rechtsrheinischen Teile der Pfalz fielen 1803 auf Geheiß Frankreichs überwiegend an das neue Großherzogtum Baden (überwiegend das heutige Nordbaden, das ja an Unterfranken angrenzt - auch Mannheim und Heidelberg).

Damit existierte die Pfalz als geschlossenes und politisch einheitlich regiertes Gebiet nicht mehr.

Die linksrheinischen Teile der Pfalz (z. B. Ludwigshafen als größte Stadt) waren 1798 an Frankreich gegangen.

1806 wurde das Königreich Baiern (ab 1826 "Bayern") gebildet. 1816 wurden diese linksrheinischen Teile der ehemaligen Pfalz diesem neuen Baiern zurückgegeben und, zusammen mit zahlreichen anderen, bisher noch nie pfälzischen Gebieten, bildeten sie seit 1816 die "neue Pfalz" — die bayerische Provinz Rheinkreis.

Sie wurde 1837 in Kreis Pfalz umbenannt. Gebräuchlich waren auch die Kurzbezeichnungen Rheinpfalz oder nur Pfalz. Hauptstadt wurde die (historisch nie pfälzische) Stadt Speier (ab 1836 "Speyer" geschrieben; sie liegt etwas südlich von Ludwigshafen ebenfalls am linken Ufer des Rheins).

1945 gingen nach dem Sieg der Alliierten die nun noch übrigen Pfalzteile für Bayern als Teil einer anderen Militärzone als das Kernland verloren und wurden Teilgebiet des neuen, 1946 von Frankreich gebildeten Bundeslandes Rheinland-Pfalz. Dort gab es eine Vereinigung der bayerischen Pfalz und dem Südtteil der preußischen Rheinprovinz bereits vor Gründung der Bundesrepublik 1949.

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