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1947 erscheint dieses gemeinsame Manifest "Ein Aufruf: Grundsätzliche Forderungen" von 40 Architekten zum Städtebau


Als AutorInnen: Otto Bartning | Willi Baumeister | Eugen Blanck | Walter Dirks | Richard Döcker | Egon Eiermann | Karl Foerster | Richard Hamann | Gustav Hassenpflug | Otto Haupt | Werner Hebebrand | Carl Georg Heise | Carl Oskar Jatho | Hans Leistikow | Alfons Leitl | Georg Leowald | Rudolf Lodders | Alfred Mahlau | Gerhard Marcks | Ewald Mataré | Ludwig Neundörfer | Walter Passarge | Max Pechstein | Lilly Reich | Paul Renner | Wilhelm Riphahn | Hans Schmitt | Lambert Schneider | Fritz Schumacher | Rudolf Schwarz | Otto Ernst Schweizer | Hans Schwippert | Max Taut | Heinrich Tessenow | Otto Völckers | Rober Vorhoelzer | Wilhelm Wagenfeld | Hans Warnecke


Der TextBearbeiten

Der Zusammenbruch hat die sichtbare Welt unseres Lebens und unserer Arbeit zerstört. Mit einem Gefühl der Befreiung glaubten wir damals, wieder ans Werk gehen zu können. Heute nach zwei Jahren erkennen wir, wie sehr der sichtbare Einsturz nur Ausdruck der geistigen Zerrüttung ist, und könnten in Verzweiflung verharren. Wir sind auf den Grund der Dinge verwiesen, von da aus muss die Aufgabe neu begriffen werden. Alle Völker der Erde sind vor diese Aufgabe gestellt, für unser Volk entscheidet sich daran Sein oder Nicht-Sein. Uns aber, den Schaffenden ist es auf das Gewissen gelegt, die neue sichtbare Welt unseres Lebens und unserer Arbeit zu bauen. In dieser Verantwortung fordern wir:


1. Die grossen Städte müssen beim Aufbau zu einem gegliederten Verband in sich lebensfähiger, überschaubarer Ortsteile werden; die alte Stadtmitte muss neues Leben gewinnen als kulturelles und politisches Herzstück.


2. Das zerstörte Erbe darf nicht historisch rekonstruiert werden, es kann nur für neue Aufgaben in neuer Form erstehen.


3. In unseren Landstädten mit ihren alten Bauten und Strassen - letzten sichtbaren Kindern deutscher Geschichte - muss eine lebendige Einheit aus dem alten Gefüge und modernen Wohnquartieren und Industriebauten gefunden werden.


4. Die völlige Umschichtung verlangt auch für das deutsche Dorf den planmässigen Aufbau.


5. Für Wohnbauten und für unsere öffentlichen Gebäude, für Möbel und Gerät suchen wir statt Überspezialisierung oder kümmerlicher Notform das Einfache und Gültige. Denn nur das Gültig-Einfache ist vielfältig brauchbar.


Nur der gesammelten Mühe, nur der Arbeit in Werk- und Werkstättengemeinschaft kann der Bau gelingen.


Aus dem Geist der Opfer rufen wir alle, die guten Willens sind.


In: »Hefte für Baukunst und Werkform«, Nummer 1/1947 (1. Jahrgang), herausgegeben von Alfons Leitl. Diese neue Zeitschrift erschien im Verlag Nürnberger Presse und wurde 1962 mit „db Deutsche Bauzeitung“ vereint.

WeblinksBearbeiten

  • In: [d-nb.info/974837822/04 Anthologie zum Städtebau - Vom Wiederaufbau nach dem ... Max Taut …] (PDF-Datei)

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