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Der Heidelberger Germanist Maximilian Freiherr von Waldberg (oft Max v. Waldberg; 1858 — 1938) publizierte zur Literatur der Goethezeit.

Studium seit 1877 in Wien, Czernowitz und Berlin. 1881 promoviert. Habilitation 1884. 1888 wurde er außerordentlicher Professor in Czernowitz, nahm 1889 einen Ruf als außerordentlicher Professor an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg an. Seit 1908 wurde er dort Honorarprofessor für Literaturgeschichte und deutsche Sprache.

1926 vermachte er seine Bibliothek (ca. 5.000 Bände) als Schenkung an die Universitätsbibliothek Heidelberg.

Aufgrund jüdischgläubiger Vorfahren wurde von Waldberg am 12. April 1933 nach dem unrechtmaäßg zustandegekommenen Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums zum „Halbjuden“ definiert und in den Ruhestand versetzt (April 1933: Verzicht auf seine Lehrveranstaltungen "um unliebsames Aufsehen zu vermeiden"). 1935 wurde ihm die Lehrbefugnis vollständig entzogen (Bezüge?). 1938 ist er mit 80 Jahren gestorben und in HD beerdigt worden(Bergfr. Abt. D, Rundweg II/27, in einer Weggabel unterhalb Verwltg.gebäude). Er wohnte seit 1903 in der Mönchhofstraße 12 (Villa erworben).

Wberg grab 2015

Grab in HD

Waldbergs Witwe, Violetta v. W. - 1877–1942, tötete sich 1942, als die Nazis sie ins KZ Theresienstadt / KZ Gurs deportieren wollten (Die Nennung Gurs ist vermutlich falsch). Am gleichen Ort bestattet.

Zu seinen Promovenden gehörte 1922 der spätere NS-Propagandaminister Joseph Goebbels (über Wilhelm von Schütz).

Schriften Bearbeiten

  • Studien zu Lessings Stil in der Hamburgischen Dramaturgie. Berlin 1882 (Zugl. Diss. Universität Czernowitz, 1881).
  • Die deutsche Renaissance-Lyrik. Berlin, 1888.
  • Goethe und das Volkslied. Berlin, 1889.
  • Der empfindsame Roman in Frankreich. Teil I: Die Anfänge bis zum Beginne des XVIII. Jahrhunderts. Straßburg/Berlin, 1906.
  • Studien und Quellen zur Geschichte des Romans. Band I: Zur Entwicklungsgeschichte der „schönen Seele“ bei den spanischen Mystikern. Berlin, 1910.

Über ihnBearbeiten

  • Reinhard Düchting: Zur Erinnerung an Max von Waldberg, in: RNZ, 31. 12. 1971
  • Wolfgang U. Eckart, Volker Sellin, Eike Wolgast et al. (Hrsg.): Die Universität Heidelberg im Nationalsozialismus. Heidelberg 2006
  • Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt, herausgegeben vom Heidelberger Geschichtsverein, Nr. V/2000, S. 304 f.
  • Christa-Huberta Kemmer, in: Heidelberg. Jahrbuch des Heidelberger Geschichtvereins 18 (2014), S. 194-196
  • Leena Ruuskanen: Der Heidelberger Bergfriedhof. Kulturgeschichte und Grabkultur. Ausgewählte Grabstätten. Heidelberg, 1992, S. 146f.
  • Gerhard Sauder: Positivismus und Empfindsamkeit. Erinnerung an Max von Waldberg, in: Euphorion 65/1971, S. 402-404
  • Gerhard Saurer, Goebbels in Heidelberg, in: Karin Buselmeier et al. (Hrsg.), Auch eine Geschichte der Universität Heidelberg. Mannheim, 1985, S. 307-314
  • Verführt und verraten. Jugend im NS. Kurpfälzisches Museum, 1995, S. 119

Anmerkung zum NamenBearbeiten

Ob der Name und die Familie mit dem ehemaligen Adelssitz im Spessart bei Miltenberg zu tun hat, wurde nicht geklärt. Die folgenden Angaben dienen weiteren Fragestellungen:

WeblinksBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

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