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Das Konzentrationslager Natzweiler wurde 1941 im von Deutschland annektierten Elsass durch die Gestapo/SS errichtet. Dort werden vor allem politische Häftlinge aus den europäischen Widerstandsbewegungen gefangen gehalten, aber auch Kriegsgefangene, Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle und Zeugen Jehovas werden aus Frankreich und Deutschland dorthin deportiert.

Im Lauf der Zeit werden dem Hauptlager Natzweiler viele Außenlager auf beiden Seiten des Rheins organisatorisch unterstellt. Diese "kleinen" Konzentrationslager werden genutzt, um vor Ort die an einzelne Firmen vermieteten Häftlinge Sklavenarbeit verrichten zu lassen.

Etwa 52.000 Häftlinge aus ganz Europa, insbesondere aus den Gefängnissen in den besetzten lothringischen Städten Épinal und Nancy sowie Belfort in der Franche-Comté wurden dorthin oder in die angeschlossenen/untergeordneten Außenlager des Hauptlagers deportiert. 22.000 Personen wurden durch unbehandelte Krankheiten, Kälte, Mangelernährung etc. ermordet, bzw. starben an solchen Haftfolgen oder wurden in Gewaltakten ermordet, d.h. sie wurden durch die unmenschlichste Form der NS-Zwangsarbeit vernichtet.

Das Ende des deutschen Konzentrationslagers in Frankreich Natzweiler und seiner Nebenlager stellt sich als ein längerer Ablauf dar. Unter dem Druck des Vormarsches der Alliierten werden zunächst die Lager auf der westlichen Rheinseite zwischen September und November 1944 aufgelöst. Teile des Konzentrationslagers werden nach Osten über den Rhein "ins Reich" "verschoben“.

Damit entsteht ein KZ Natzweiler am Neckar oder noch deutlicher ausgedrückt: das Konzentrationslager Natzweiler II.

Die "Umsetzung" des KZ ins ReichBearbeiten

Dies betrifft Hunderte von Häftlingen ebenso wie die Reste der SS-Kommandantur des Hauptlagers, die in die nordbadischen Dörfer im Neckartal Guttenbach und Binau (zwischen Heilbronn und Eberbach) verlegt wird. So besteht das ehemalige „Konzentrationslager Natzweiler“ in Frankreich unter diesem Namen dann als einziges der großen Stammlager in seinen Außenlagern im Neckartal mitten in Deutschland fort. Während das Nazi-Deutschland militärisch zusammenbricht, reorganisiert sich ausgerechnet ein befreit geglaubtes Konzentrationslager noch einmal für einige Monate.

Ab der Jahreswende 1944/45 zeigen auch die Lager auf der östlichen Rheinseite allmählich Auflösungserscheinungen. Als die Alliierten bei Oppenheim südlich von Mainz den Rhein überschreiten und rasch in Richtung Mannheim, Würzburg und Stuttgart (Baden und Württemberg) vorstoßen, beginnt ein Zeitraum von so genannten "Evakuierungen" und Todesmärschen – in den noch existierenden "kleinen", dezentralen Konzentrationslagern. Dies dauert bis zum „wirklichen Ende“ des „Konzentrationslagers Natzweiler“ im April/Mai 1945. "Evakuierung" meint dabei zwei Dinge: die Beseitigung von Spuren — falls in den Kriegsabläufen scheinbar für die SS nicht anders umsetzbar, auch durch Ermordung von ganzen Häftlingsgruppen. Und zweitens in der Überführung von möglichst vieler der noch arbeitsfähigen Gefangenen in "sichere" Lager, um sie entweder auszubeuten oder als Tauschkapital für Verhandlungen mit den Kriegsgegnern zu verwenden.

ZusammenfassungBearbeiten

Nach der Befreiung Frankreichs 1944 existierte das KZ Natzweiler-Struthof somit auf dem Papier der deutschen Behörden weiter als Stamm- oder Hauptlager der vielen "kleinen" Außenlager, die zwischen Südhessen und im gesamten Baden und Württemberg, mit einem Schwerpunkt in und am Neckartal, errichtet worden waren bzw. noch errichtet wurden.

Die neue Verwaltung u. Kommandantur um den Ort Binau Bearbeiten

Die SS versuchte in Guttenbach/Baden in der Nähe von dem Mosbacher Lager eine neue Verwaltung für den verbliebenen Lagerkomplex im Südwesten aufzubauen. Einen ähnlichen Ablauf gab es in dieser Zeit auch mit den Außenlagern des KZ Dachau, die sich südlich von München befanden. An der Ostgrenze des SS-Machtbereichs geschah dergleichen bei Krakau mit den KonL bei und um das Todeslager Auschwitz. Zum Teil alte Strukturen nur örtlich verlagert, zum Teil neue Inhaber alter Posten.

Siehe auch Bearbeiten

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