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Der Neckar ist ein rechter Nebenfluss des Rheins, der vom Osthang des Schwarzwalds aus dem Süden Ba-Wü´s kommend durch den Odenwald und Heidelberg fließt und in Mannheim in den Rhein mündet.

Der "badische" Teil des Neckars fließt etwa ab Mosbach überwiegend in Richtung Westen nach Mannheim. Das sind die letzten, ca. 80, Kilometer seines 384 km langen Laufs vom Schwarzwald zum Rhein, die als Einschnitt im Odenwald in weiten Kurven als "Wasserstraße", früher für Flöße bis nach Holland, heute für Schiffe auf dem Weg in die Industriegebiete Heilbronn und Stuttgart dahinziehen. Dieses Stück ist auch Teil der europ. Burgenstraße.

Parallel zur heutigen Großschifffahrtsstraße verkehrt seit 1879 die Neckartalbahn (Eisenbahn) überwiegend auf dem rechten Flussufer. Die durchgehenden Bundesstraßen kamen erst später im Automobilzeitalter mit zum Teil massiven Verbauungen des Talgrundes hinzu.

Lauf, Tal Bearbeiten

Er entspringt im Schwarzwald und fließt zunächst nordostwärts. Er passiert Stuttgart und Heilbronn, wo er sich westwärts wendet. Seine Schleifen folgen dieser Richtung bis zur Mündung bei Mannheim.

Ab dort spricht man im Tourismus auch von dem "Neckartal", das natürlich bereits ab der Quelle verfolgt werden kann. Aber in diesem Flussabschnitt sind besonders viele Burgruinen, intakte Burgen und Schlösser und ein beidseits geschlossenes, gut erkennbares, meist bewaldetes Tal. Es ist Teil der Burgenstraße, die bis nach Prag geht.

Orte, Überblick Bearbeiten

(von Ost nach West)

Gundelsheim (Württemberg), Haßmersheim, Neckarzimmern, Hochhausen, Neckarelz, Obrigheim, Binau, Neckargerach, Zwingenberg, Eberbach, Hirschhorn, Neckarhausen, Lanzenbach, Neckarsteinach, Neckargemünd (mit Kleingemünd), Ziegelhausen, Schlierbach und Heidelberg. Hier endet das Neckartal. Der Fluss tritt in die Oberrheinebene hinaus. Dort mäandert er noch bis MA-Neckarstadt.

TourismusBearbeiten

Gerne besucht wird besonders das Odenwälder Neckartal. Die Burgenstraße begleitet das tief eingeschnittene Tal mit seinen zahlreichen Burgen und gemütlichen Städtchen. Ein besonders schöner Zeitvertreib sind die Fahrten mit Schiffen der Weißen Flotte, z. B. von Eberbach, Heilbronn oder Heidelberg aus.

Mehr Burgenstraße oder Flusstal mit Burgen ?Bearbeiten

Auf die Frage, ob das Neckartal mehr die gut ausgebaute Burgenstraße/Bundesstraße ertragen muss oder ob es ein Flusstal mit Burgen ist, lässt sich antworten: Je nach dem, ob mensch mit dem Rad, dem Schiff oder dem Auto oder gar zu Fuß unterwegs ist. Es wird dann immer ganz anders wirken. Der Neckar ist über weite Strecken nicht mehr natürlich: es gibt keine Stromschnellen, fast keine Tümpel am Ufer. Die verschwundenen Neckarwiesen, die als Überflutungsgebiet früher als baulich nicht nutzbar galten, tragen inzwischen Siedlungen und Industriebauten. Teilweise ist der Fluss massiv kanalisiert. Aber oberhalb der Spundwände und Schüttungen fällt das nicht auf. Da gibt es über weite Strecken an den Ufern noch relativ unberührte Natur. Zum Teil auch ausgewiesene Erholungsflächen.


Auf dem nordbadischen Schlussabschnitt des Neckars liegen von Heilbronn bis Mannheim aufgereiht einige Burgen. Sie waren die früheren Finanzämter oder Kassiererhäuschen der Raubritter:

Danach kommen am Fluss nur noch Schlösser:

Nicht alle Anlagen sind wie das Heidelberger Schloss frei zu besichtigen und haben leider auch kein gastronomisches Angebot (zur Zeit nur die Burg Horn-, Guttenberg, die Neuburg und die Burg Hirschhorn). Touristisch vermarktet wird dieser Abschnitt des Neckartals nicht wegen der Schlösser sondern als ein Teilstück der internationalen Burgenstraße von Mannheim nach Prag (Praha).

Kreise und OrteBearbeiten

Datei:Neckar Mörtelstein.JPG
(von Ost nach West)

Am Neckar liegen folgende Orte / Gemeinden:


Das heißt, dass es eine ganze Reihe von direkt nach ihm benannten Orten gibt. Sie liegen zum großen Teil in der Metropolregion: Neckarau und Neckarstadt in MA, Neckarbischofsheim (liegt nicht am Fluss), Neckargemünd, Neckarkatzenbach, Neckargerach, der Ortsteil Neckarstadt (MA), Neckarsteinach, Neckarsulm, Neckartailfingen, Neckartenzlingen, Neckarwestheim und Neckarzimmern.

Neckarradweg Bearbeiten

Der Neckarradweg ist ein Radweg, der ca. 350 km am Fluss entlangläuft.

Datei:Heidelberg MS Europa Alte Brücke 09230040.JPG

Wandern auf dem NeckarsteigBearbeiten

Die 8 Etappen des 126 km langen hügeligen Wanderwegs Neckarsteig verbinden Heidelberg und Bad Wimpfen. Durch die engmaschige Infrastruktur können Teilstücke auch sehr leicht einzeln angegangen werden. Markierung ist ein blaues N auf weißem Grund. Das N steht für den Flussnamen.

Anglerei, FischereiBearbeiten

Die Berufsfischerei ist ausgestorben. Angelscheine für Hobbyangler sind vorgeschrieben.

Schifffahrt Bearbeiten

Der Neckar ist eine Bundeswasserstraße. Für die Berufsschifffahrt wird deshalb eine Fahrrinne mit einer 2,80 m tiefen Sohle vorgehalten. Die Breite der Fahrrinne ist allgemein ca. 40 bis 60 m. Die Gesamtbreite des Neckars beträgt auf den meisten Abschnitten zwischen ca. 50 bis 100 m.

Historisch fuhren durch Motor angetriebene Schiffe bereits seit 1878 auf dem Neckar. Zwischen Mannheim und Heilbronn fuhren Kettenschlepper, die die früheren von Pferden gezogenen Treidelschiffe ablösten, mit bis zu neun Schleppkähnen im Verbund bergauf. Diese Technik wurde von der Heilbronner "Neckar-Ketten-Schleppschifffahrt" betrieben. Durch den Ausbau zur großen Wasserstraße in den 1930er Jahren mit der Regulierung des Flusspegels durch Staustufen kam es zur Ablösung durch immer größere Binnenmotorschiffe. Umgekehrt hatte dies Folgen für den weitgehend stabilen Wasserstand in den Stauhaltungen.

Am Fluss gibt es eine Reihe von so genannten Schifferdörfern (z. B. Haßmersheim, Neckargemünd), in denen die Binnenschifffahrt als Partikulier bzw. als Matrose eine lange familiäre Tradition hat (hatte). Kinder dieser Familie lebten oft während der Schulzeit in Schifferkinderheimen in Mannheim. In den Ferien durften sie die Eltern begleiten.

Lasten von oder zur Nordsee müssen dann auf dem Rhein nach/von Mannheim aus bis zur Nordsee ca. 580 weitere Flusskilometer auf dem internationalen Fluss transportiert werden. Dort gelten besondere Regeln für die Binnenschifffahrt.

KurseBearbeiten

Kurs ist der Name für eine fest nach Fahrplan verkehrende Schiffslinie (im Unterschied zu Rundfahrten von und zu einem Abfahrtsort). Abfahrtszeiten der "Liniendampfer" - siehe bei den Abfahrtsorten.

Häfen, SporthäfenBearbeiten

Zwischen den Häfen Heilbronn und Mannheim liegen eine ganze Reihe, relativ unauffälliger Hafenanlagen, die früher eine deutlich höhere Bedeutung hatten: Edingen, Heidelberg, Neckargmünd, Neckarsteinach, Hirschhorn, Eberbach und Neckarelz bei Mosbach. Sportboote werden aber auch dazwischen an Pontonanlagen oder in den kleinen Flussmündungen festgemacht.

Ausflugsfahrten, Rundfahrten Bearbeiten

Für Touristen gibt es das größte Angebot an Rundfahrten in Heidelberg mit der Weißen Flotte auf dem Neckar. Entsprechendes gibt es aber auch in Mannheim mit Ausfahrten bis auf den Rhein und in Eberbach.

FährenBearbeiten

Folgende Neckarfähren querten und überqueren in der Region Rhein-Neckar den Strom:

Personenfähren

Fahrzeugfähren

Eingestellter Betrieb:

Verlauf mit Schleusen, Brücken, Burgen und Wehren Bearbeiten

Auf dem "badischen" Teil des Neckars gibt es von Mannheim aus, als km 0,00 gerechnet, folgende Brücken, Schleusen und Wehre im Einzugsbereich des Wikis:

(mit diesem Einschub für: Brücken und die
Zuflüsse von rechts und links)
Mündung in den Rhein
div. Straßenbrücken, z.B. die
Kurpfalzbrücke, 1950 (sie ersetzte die im Krieg zerstörte Friedrichsbrücke)
Fähre Neckarhausen
Kanzelbach (rechts bei Ladenburg)
Autobahnbrücke
3 Straßenbrücken (Walz-, Theodor-Heuss-, Alte B- )
Ziegelhäuser Brücke (Straßenbrücke)
Steinbach (rechts bei Heidelberg)
Friedensbrücke,
Elsenzzufluss (links in Neckargemünd, Länge ca. 53 km)
Eisenbahnbrücke Neckargemünd (einzige Doppelstockbrücke über den Neckar. Auf der unteren Ebene Rad- und Fußgängerweg. Stahlkonstruktion. Länge 178 m)
Straßenbrücke
Steinach (von rechts durch Neckarsteinach, Länge 22 km)
2. Umgehungsbrücke Hirschhorn, 1978,
Laxbach (rechts bei Hirschhorn)
Schleusenbrücke Hirschhorn, ca 1960,
1. Umgehungsbrücke Hirschhorn (Ostbrücke)
Neckarbrücke Eberbach,
Gammelsbach (rechts bei Eberbach)
Itter (rechts bei Eberbach)
Wehr- und Schleusensteg
Radwegbrücke Zwingenberg, 2010 (Notweg)
Minneburgbrücke Neckargerach, ca. 1990
Koppenbach (rechter Zufluss bei Zwingenberg) (Wolfschlucht)
Wehr- und Schleusensteg Guttenbach (nur Fußgänger)
Seebach (rechts bei Neckargerach)
Flursbach (Zufluss rechts bei Neckargerach) (Margarethenschlucht)
Guttenbach (Zufluss und Ort bei km 72,21)
Obrigheimer Straßenbrücke, ca. 1966,
Elz-Zufluss (rechts bei Mosbach-Neckarelz, 34 km lang)
Straßenbrücke Neckarelz (B 27, ca. 1980,)
Fähre Haßmersheim (1936, die neue Kettenfähre wird eröffnet)
(Eine Haßmersheimer Fähre wird um 1330 erstmals urkundlich erwähnt)

Bis hierher fließt der von Süden kommende Neckar durch Württemberg:

Straßenbrücke
Jagstzufluss (rechts)

Alle Schleusen (bis auf MA-Feudenheim) sind seit den 1950er Jahren Doppelschleusen. Im Schnitt wird 2,5 bis 6 Meter Höhendifferenz geschleust. Meistens sind die Wehre mit Turbinen zur Energiegewinnung gekoppelt. An der Heidelberger Schleuse gibt es als Besonderheit seit in den 1990'er Jahren Unterwasserturbinen. Schleusen und Wehranlagen sind durch Paul Bonatz weitgehend einheitlich, sehr zurückhaltend gestaltet.

Neckarseitenkanal Bearbeiten

Ein 7,5 km langes Stück des Altneckars zwischen Mannheim und Ladenburg wird vom Neckarseitenkanal als Schifffahrtsstraße "begleitet". Ursprünglich war es 1927 fertigstellt worden. Der Querschnitt wurde bei einer 2009 abgeschlossenen Sanierung der Fahrspurbreite von der vorherigen Trapezform des Querschnitts zu geraden Seitenwände geändert und damit die Breite von 30 auf 42 Meter ausgeweitet. Dadurch ist Begegnungsverkehr moderner großer Schiffe möglich. Zwischen Herbst 2007 und 2009 wurden 60.000 Quadratmeter Spundwand verbaut und 140.000 Kubikmeter Erde ausgebaggert.

Der weitere Ausbau der 27 Neckarschleusen für 135-Meter-Schiffe ist bis 2023 geplant und finanziell gesichert.

EisenbahnstreckeBearbeiten

  • An der sich durch das Neckartal schlängelnden Bahnstrecke wird ab den Sommerferien 2013 lange gearbeitet. Es wird ein Bus-Ersatzverkehr eingerichtet - mit längeren Fahrzeiten als bisher!
  • siehe auch: Neckarbrücken für Züge (Ladenburg, N´gemünd, Obrigheim, HN)

HN-MOS-HD-MA war 2013/14 Bahn-Großbaustelle Bearbeiten

Von Mitte Juli 2013 bis Anfang 2014 wurden von der DB AG:

> rund 24 Millionen Euro in die Renovierung der Schieneninfrastruktur im Neckartal gesteckt.
> zirka 30 Kilometer Gleise und sieben Weichen erneuert.
> etwa 120 Kilometer Neu- und Altschienen und 100 000 Neu- und Altschwellen per Zug und Lkw an- und abtransportiert.
> 100 000 Tonnen Schotter und 25 000 Tonnen Schutzschichtmaterial angeliefert.
> 130 000 Tonnen Erdreich abtransportiert.
> täglich mussten 17 000 Pendler auf dieser Strecke (HN-MOS-HD-MA) per Bus oder anders transportiert werden.

Mühlen Bearbeiten

Bei Wieblingen eine bis in dte 1980'er Jahre genutzte Getreidemühle und etwas unterhalb das ehemals Helmreichsche Wasser-E-Werk (arbeitet).

Bekannte Standorte historischer Mühlen waren in


Siehe auch: Sägewerke

Naturschutzgebiete am FlusslaufBearbeiten

Teile des alten Neckarbetts bei Wieblingen gehören zum Naturschutzgebiet „Unterer Neckar“. Die große Schleife bei Neckarhausen und die Mannheimer Maulbeerinsel stehen auch unter Naturschutz.



auch unter Geo-Naturpark


Bekannte Hochwasser und ihre Marken in Heidelberg Bearbeiten

Bekannte Hochwasser des Neckars in und bei Heidelberg sind an der Alten Brücke und einigen anderen Alstadthäusern markiert. Außerdem in Wieblingen an der Mühle. Hier einige Jahresangaben:

1278
Hochwasser des Neckars. Brand von Schloss und Stadt Heidelberg.
15. Juni 1529, 1661, 1690, 1740, 1778
Hochwasser des Neckars
27. Februar 1784
Die überwiegend aus Holz errichtete Neckarbrücke bei Heidelberg wird vom Eishochwasser zerstört, außerdem in Heidelberg 39 Gebäude, 290 beschädigt und ein Teil der Stadtmauer eingerissen. Marke dazu über Haustürhöhe in der Unteren Straße!
30. Juli 1789
Hochwasser durch Gewitterregen
8. Mai 1817
Hochwasser durch Gewitterregen
30. Oktober 1824
höchstes Hochwasser des Neckars in Heidelberg seit 1784. Das Wasser steht an der Schiffgasse bis zur Hauptstraße. Die Pfistermühle wird zerstört.
März 1845, Februar 1862
Hochwasser
27.-29. Dezember 1882
neuer Rekord: größtes Hochwasser des Neckars seit 1824
1885
Hochwasser des Neckar
11. Januar 1914
Neckarhochwasser (Höchststand 4,41 Meter)
7. März 1914
erneutes Hochwasser (Höchststand 4,30 Meter)
25. Dezember 1919
Größtes Hochwasser auf dem Neckar bei Heidelberg seit 1882
9. bis 15. November 1927
Hochwasser des Neckar
8. Mai 1931
Hochwasser des Neckar durch starke Regenfälle. Die Bootz´sche Badeanstalt (damals bei der Stadthalle) und des Blum´schen Freibads (unterhalb der heutigen Ernst-Walz-Brücke) werden zerstört.
30. Dezember 1947, 17. Januar 1955, 4. März 1956
Hochwasser
23. Februar 1970
Hochwasser des Neckars. Teile der Altstadt werden evakuiert.
24./25. Mai 1978
Kleines Hochwasser
21./22. Dezember 1993
Hochwasser (Weihnachtshochwasser; 9,70 Meter neuer Messung)
14. April 1994
Kleines Hochwasser
22. Juli 1996
Kleines Hochwasser
20.-22. März 2002
Kleines Hochwasser (Höchststand 5,55 Meter, Pegel Heidelberg)
29. Mai 2016
nach intensivem Dauerregen (Tief Elvira - Werte ?)

Information über Wasserstände, Hochwasserprognose Bearbeiten

Die Werte vom Pegel Rockenau kann Mensch sich z. B. als Favorit für das Smartphone speichern. Eine App informiert dann über Hochwasser, bzw. -Gefahr.

Image.png

pegelsymbol

Die amtlichen Wasserstände hat man heute schnell in der Hand. Seit einigen Wochen kann man die Werte von 1 600 Pegeln in Deutschland über Smartphones abrufen. Alle großen deutschen Flüsse und Zuläufe sind verzeichnet. Nach Ländern gegliedert, findet man den nächsten für sich wichtigen automatischen Wasserstandanzeiger jetzt in einer App. Für iOS und Android. „Meine Pegel“ heißt die Anwendung, die vom Umweltministerium Baden-Württemberg entwickelt wurde. Sie ist kostenlos.


In der App kann man für den ganzen Lauf des Neckars und seiner Nebenflüsse die minuten-aktuellen Werte unter dem „Pegel-Verzeichnis BW“ abrufen. Für Eberbach und Hirschhorn sollte man sich den Pegel Rockenau als Favoriten auswählen. Die Anwendung ermöglicht es sogar, sich durch eine Push-Mitteilung informieren zu lassen, wenn ein vorher individuell festgelegter Stand erreicht wird. Für die Bewohner der Eberbacher Altstadt seien hier höchsten 6,50 Meter (Pegel Rockenau) empfohlen.

Wie bislang auf der Homepage der Vorhersagenzentrale Baden-Württemberg, werden in der App „Meine Pegel“ die Wasserstände in Kurven dargestellt. Die ebenfalls ablesbare „Vorhersage“ zeigt die weitere Tendenz der Wasserhöhe. In die Berechnung des künftigen Verlaufs werden sowohl die Verläufe der Neckarzuflüsse und die allgemeine Wetterlage mit einbezogen.


In Eberbach selbst ist kein automatischer Messwertanzeiger installiert. Die Werte werden noch persönlich abgelesen. Der Pegelstand in Eberbach läuft auch nicht zentimetergenau parallel zur Marke in Rockenau. Allenfalls kann man eine grundlegende Tendenz vergleichen. Diese sollten sich die Bürger besser über den Pegel Rockenau holen.


Trotz aller Technik wird in Eberbach die Bevölkerung vorsichtshalber – wie gestern – per Sirenensignal gewarnt. Vier Alarmstufen gibt es dort. Ab 5,50 Meter Pegel Eberbach gibt es die Stufe I. Eine Stufe höher wird ausgelöst beim Neckarstand 6,50 Meter = Stufe II. Bei je einem Meter mehr, folgen Alarm III (7,50 m) und IV (8,50 m). Erfreulich wird die Lage erst wieder bei einer Minute Dauerton: der bedeutet „Entwarnung“.

Die Sirenensignale sind die einzigen nostalgischen Elemente im Alarmsystem der Stadt Eberbach. Es gibt zwar auch noch ein Hochwassertelefon unter Telefon 87-333. Die früheren Aushänge beim Polizeirevier mit den aktuellen Eberbacher Pegelständen sind längst Geschichte.

Auswirkungen — mit dem Hochwasser leben Bearbeiten

Hochwasser bedeutet für Heidelberger, die in den Tallagen wohnen, in der Regel noch keine Katastrophe, sondern nur, dass im Keller aufgeräumt und umgeschichtet werden muss, weil evtl. verschmutztes Wasser eindringen kann. Durch die Medien sind seit den 90-er Jahren auch die Pegelstände meist ein, zwei Tage im Voraus recht gut abschätzbar (siehe oben), so dass erfahrene Heidelberger mit dem Umräumen auch noch länger zuwarten können als früher. Danach muss der Keller gut gelüftet werden.

Direkt an der Alten Brücke ist ein kurzes Straßenstück releativ oft überschwemmt, ohne dass es weitere Folgen in den Seitenstraßen der Hauptstraße gibt. Dieses Fotomotiv kehrt oft wieder. Aber gelegentlich steht das Wasser tatsächlich bis zur Unterkante der Verkehrsschilder. Dann wird der Kfz-Verkehr durch die Straßentunnels am Schlossberghang umgeleitet. Erst wenn diese Straßen gesperrt werden müssen, beginnt das wirkliche Verkehrschaos. Aber dann ist es noch viel schlimmer, dass an der Bausubstanz ernste Schäden entstehen können.

Ein weiteres Überschwemmungsgebiet in Heidelberg ist das Viertel entlang des Wieblinger Neckarhamms. Dort wurde ein Seitenarm des Neckars einigermaßen hochwasserfest mit einer Fabrik und Wohnhäusern überbaut. Wer dort einzieht, muss (Not-)Stege schwindelfrei von und zu seiner Wohnung begehen können. Allerdings meist nur alle paar Jahre für wenige Tage.

Pegelstände in Heidelberg Bearbeiten

Als Beispiel werden hier Pegelstände aus Heidelberg vorgestellt. Dort gibt es relativ zuverlässige Erfahrungswerte für die Folgen des prognostizierten Pegelstands am Neckar:

  • 2,00 Meter: "Normaler" Pegelstand
  • 2,60 Meter: die Schifffahrt auf dem Neckar zwischen Heilbronn und Mannheim wird eingestellt.
  • 2,90 Meter: das Hochwasserbüro in der Unteren Neckarstraße 72 wird besetzt.
  • 3,50 Meter: der Einsatzcontainer (der Feuerwehr) am Marktplatz wird rund um die Uhr besetzt.
  • 3,55 Meter: die B 37 wird unterhalb der Alten Brücke überflutet.
  • 4,25 Meter: B 37 wird unter der Theodor-Heuss-Brücke überflutet.
  • 5,00 Meter: Wasser auf dem Neckarstaden an der ehemaligen Tankstelle Seppich.
  • 5,80 Meter: die Schlierbacher Landstraße wird an der Adlerüberfahrt überflutet.
  • 6,61 Meter: Pegelhöchststand am 22. Dezember 1993 (Weihnachtshochwasser; s.o.; Wert als Vergleichsgröße).

= Neckarbrücken und Fähren in Heidelberg Bearbeiten

Um 100 n. Chr. Holzbrücke der Römer, etwa zwischen Neuenheim und Bergheim, im Verlauf ihrer Römerstraße

Um 150 n. Chr. ersetzen sie die Holzbrücke durch eine steinerne Pfahlbrücke

1218: Verkauf der Fähre bei Heidelberg durch das Wormser Andreasstift (welche damit erstmals erwähnt wird) in mainzisches Gebiet an das Kloster Schönau ("navalis transitus quod vulgo dicitur apud Heidelberch"). Sie verkehrte möglicherw. in Höhe der Haspelgasse („Haspel“=Seilwinde an der Schiffslände?).

21. Mai 1284: erste Erwähnung einer Neckarbrücke bei Heidelberg

1288 deren Abgang, durch Hochwasser zerstört

1. Februar 1308: die zweite (nach 1288 erbaute) Neckarbrücke wird durch Eisgang zerstört

1340: die dritte (nach 1308 erbaute) Neckarbrücke wird ebenfalls durch Eisgang zerstört

um 1400: die vierte (nach 1340 erbaute) Neckarbrücke wird durch Eisgang zerstört. (Abbildung im Thesaurus Palatinus)

1408: König Ruprecht III. erlaubt den Heidelbergern, ein Brückengeld zur Instandhaltung der Neckarbrücke zu erheben

1426: erstmals wird der Eiserne Pfahl am Brückenturm im Neckar erwähnt

2. März 1470: die fünfte (nach 1400 erbaute) Neckarbrücke und die Flußmühlen werden durch Eisgang zerstört

2. Februar 1565: die sechste (nach 1470 erbaute), die so gen. „Münster-Brücke“ wird wieder durch Eisgang zerstört

2. März 1689: die siebte (nach 1565 erbaute) sog. "Merian-Brücke" wird durch französische Truppen zerstört

1689: An der Schiffsgasse wird eine Schiffbrücke über den Neckar gebaut. Ende Januar 1690 durch Hochwasser zerstört, im selben Jahr neu gebaut, 1693 zerstört, 1702 neu gebaut, 1708 abgebaut.

1706/08?: Bau der achten Neckarbrücke, die so gen. "Nepomuk-Brücke". (8. Brücke, "Nepomuk-Brücke"), sie ist die einzige feste Verbindung über den Fluß zwischen Lauffen und der Mündung und die letzte holzgedeckte Brücke in Heidelberg.

1724 durch Eisgang teilweise zerstört. Sie wird wiederhergestellt.

1784 durch Eishochwasser zerstört; abgebildet bei P. F. de Walpergen, Panorama von Heidelberg 1763.

27. Februar 1724: starker Eisgang des Neckars. Die Brücke wird zum Teil zerstört.

27. Februar 1784: Die Neckarbrücke wird vom Eishochwasser (7,26 Meter) weggerissen.

April 1786-September 1787 (?) : Bau der neunten Neckarbrücke ("Carl-Theodor-Brücke") ganz aus Stein

9. November 1786?: feierliche Brückenschlußsteinlegung der Carl-Theodor-Brücke (9. Neckarbrücke, 8 Bögen) durch Titus Freiherr von Oberndorff, Statthalter des Kurf. in der Pfalz

9. April 1788: Standbild des Kurfürsten Carl Theodor, umgeben von den Sinnbildern der pfalzbayerischen Flüsse Rhein, Neckar, Donau, Mosel (fragl.), von Hofbildhauer Konrad Linck, auf der Neckarbrücke errichtet Inschrift

4. Januar 1789: Nach der Neuen Heidelberger Neckar Brucken-Ordnung kostet der Brückenzoll für Fußgänger 1 Kreuzer, für Neuenheimer und Ziegelhäuser nur 2 Pfennige, für Reitende 2 Kreuzer. Kirchgänger, Kinder, Mägde, die Essen tragen, Froner, kommandierte Soldaten, die gnädigste Herrschaft und alle Kanzlei- und Universitätsverwandte und deren Angehörige sind frei.

1867: Einrichtung einer Drahtseilfähre über den Neckar zwischen Neuenheimer Landstraße 36 und Wahrschau bei der heutigen Stadthalle. Wird seit 1880 durch die Familie Rohrmann betrieben.

1872 wird durch die Stadt Heidelberg eine Wagenfähre (Gierfähre) aus Holz über den Neckar zwischen Ziegelhausen und Schlierbach eingerichtet, die 1885 durch eine eiserne ersetzt wird. Sie ist bis 1954 in Betrieb wird im Volksmund Näh (vgl. Nachen, von lat. navis, navicula) genannt.

7. Oktober 1877: Einweihung der zweiten Neckarbrücke ("Neue Brücke", später „Friedrichbrücke“, eiserne Bogenbrücke auf Steinpfeilern, Breite: 10 Meter) zwischen Heidelberg und Neuenheim

1878: Aufhebung des Brückenzolls an der Alten Brücke. Neuenheim zahlt an Heidelberg dafür über 5000 fl.

1904: Baubeginn einer 230 Meter langen dreibogigen Eisenbahnbrücke der Regelspurlinie Heidelberg-Schriesheim wird über den Neckar zwischen Wieblingen und Handschuhsheim von der Maschinenbau-Anstalt Humboldt in Kalk bei Köln gebaut (16. Juli 1906, nach Verzögerung durch einen Unfall, eröffnet. Eisenbahnbrücke )

7. März 1914: Eröffnung der Neckarbrücke zwischen Schlierbach und Ziegelhausen

1924: die OEG-Eisenbahnbrücke über den Neckar zwischen Wieblingen und Neuenheim (erbaut 1904-1906) erhält anläßlich der Neckarkanalisation einen vierten Bogen. Die ganze Konstruktion wird dabei um 2,40 m angehoben. Gleichzeitig wird die Landstraße Nr. 3 auf der Wieblinger Seite unterführt.

15. Juni 1925: Inbetriebnahme der Staustufe Wieblingen-Schwabenheimer Hof und erstmalige Stauung des Neckar. Die Kettenschleppschiffahrt auf dem Neckar zwischen Feudenheim und Heidelberg wird eingestellt

1926 (?) : Bildung des Schutzverbandes zur Erhaltung der Alten Brücke und des Neckartals

1926-1928: Bau der "Staustufe Hirschgasse" mit Schleuse

14. April 1928: als dritte Brücke über den Neckar wird die (erste) Ernst-Walz-Brücke dem Verkehr übergeben.  

19. Dezember 1929: Freigabe des Stegs über das Stauwehr Hirschgasse/Schleuse für den allgemeinen Verkehr

1. Juni 1931: eine Verladeanlage der Kiesbaggerei Weber & Co. Mannheim entsteht bei Neckar-Kilometer 22,6 („Heidelberger Güterhafen“)

12. Dezember 1954: die erneut gebaute Brücke über den Neckar zwischen Ziegelhausen und Schlierbach (Selbstzerstörung)

Zuständige Behörde: 

  • Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) 
  • Amt für Neckarausbau Heidelberg (ANH)

Siehe auchBearbeiten


Projekte für eine 5. Neckarbrücke bei Wieblingen Ost/Süd

2016 wieder mal, dieses Mal FDP-Diskussionsabend mit dem FDP-Bürgermeister Odszuck

</p> * RNZ - Heidelberger Nachrichten vom 23. November 2016, Seite 5

MedienBearbeiten

Literatur, Karten Bearbeiten

  • Jan Bürger: Der Neckar - Eine literarische Reise. München, C.H.BECK, 2013. 286 Seiten und 2 Karten. ISBN 978-3-406-64692-8
  • Erhard Jübermann: Wassersport-Wanderkarten, Blatt 3, Deutschland-Südwest. Geocenter, 2004, ISBN 3-92954-013-4
  • Landesvermessungsamt Baden-Württemberg: Freizeitkarte F513, Mannheim / Heidelberg – Naturpark Neckartal-Odenwald (Westblatt). Stuttgart, 2006, ISBN 3-89021-606-4
  • Landesvermessungsamt Baden-Württemberg: Freizeitkarte F514, Mosbach – Naturpark Neckartal-Odenwald (Ostblatt). Stuttgart, 2006, ISBN 3-89021-607-2
  • Gerhard Römer (Hrsg.), Irene-Annette Bergs (Bearb.): Der Neckar in alten Landkarten. Ausstellungskatalog. Badische Landesbibliothek, Karlsruhe 1988, ISBN 3-88705-022-3

Texte und Bilder:

  • Jörg Bischoff, Norbert Kustos: Der Neckar von der Quelle bis zur Mündung. Ellert und Richter, Hamburg 2001, ISBN 3-89234-989-4
  • Franz X. Bogner: Das Land des Neckars. Thorbecke, Stuttgart, 119 Seiten. 2005. ISBN 3799501525
  • Irmhild Günther: Die unheimliche Mühle am Neckar. Verlag Drw; 2005. 158 Seiten. ISBN 3871810215 (Ein Geschichtensammlung - 38 x rund um das Thema Mühle in der ganzen Region. Man kommt aber auch auf Burgen und Schlösser und begegnet den heutigen Bewohnern)
  • Fernanda de Maio: Wasser - Werke. Paul Bonatz. Die Neckarstaustufen. Verlag Merz + Solitude. 2001, 2. Auflage. 60 Seiten. ISBN 3-929085-53-4
  • Michael Theis, Peter Stiegele (Bearb.): Der Neckar. Das Land und sein Fluss.

Fotoreportage Bearbeiten

  • Timo Teufert: 75 Jahre: Frei für große Schiffe. In: Rhein-Neckar-Zeitung vom 3. Aug. 2010, Blick in die Stadtteile Nr. 30, S. 1 (zum Bau der beiden Neckarstaustufen in HD und am Flusslauf)

Webcams am Fluss Bearbeiten

Weblinks Bearbeiten


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