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Am 1. Aug. 1944 rief die von der polnischen Exilregierung befehligte Untergrundarmee Armia Krajowa unter ihrem Oberbefehlshaber General Tadeusz Komorowski zum bewaffneten Aufstand gegen die Nazis auf. Sie rechnete mit der Unterstützung durch die Rote Armee, die bereits am anderen Weichselufer von Warschau stand. Andererseits sollte einer alleinigen Befreiung/Besetzung der Stadt Warschau durch die Rote Armee zuvorgekommen werden. Den rund 25.000 schlecht ausgerüsteten Kämpfern der Heimatarmee standen zunächst knapp 20.000 schwer bewaffnete Wehrmachtssoldaten, SS- und Polizeikräfte gegenüber, die nach Beginn des Aufstandes schnell durch weitere Truppen, Artillerien, Panzer und Kampfflugzeuge verstärkt wurden. Eine Unterstützung durch die sowjet. Truppen gab es wider Erwarten nicht.

Dem ungleichen Kampf war fast an gleicher Stelle 1943 der jüdische [xxxx Aufstand im Warschauer Ghetto] vorausgegangen. Da die AK auch nur unzureichend durch die Westalliierten unterstützt werden konnte und die Rote Armee nicht helfend eingriff, verlor sie Straße um Straße an Boden. Mit der im Warschauer Ghetto bereits eingesetzten Häuserkampftechnik des „straßenzugsweisen Abbrennens“ plante die SS, „die gesamte Bevölkerung Warschaus zu ermorden oder gefangen zu nehmen und in deutsche Konzentrationslager abzuführen“.

Der Reichsführer der SS, Himmler, erließ folgenden Befehl: „Jeder Einwohner soll getötet werden. Warschau soll dem Erdboden gleichgemacht werden, und damit soll ein abschreckendes Beispiel für ganz Europa geschaffen werden.“ Den Oberbefehl für die Aktion erhielt der Chef der so genannten Bandenkampfverbände, SS-Obergruppenführer Erich von dem Bach-Zalewski. Seine Order lautete, alle kämpfenden Partisanen niederzumachen und die Zivilbevölkerung ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht zu töten. Die berüchtigsten SS-Verbände wurden zusammengezogen und begannen ihr Morden im Arbeiterviertel Wola, wo sie allein am 5.8.1944 nach vorsichtigen Schätzungen 15.000 Zivilisten in den Hinterhöfen zusammentrieben und erschossen (die Zahlen waren vermutlich höher). In der Nacht zeigte sich der Kommandeur der Exekutionskommandos ratlos, was er mit den übrigen Menschen anfangen solle, da er weniger Munition als Gefangene habe.

Darauf berichtete der Oberbefehlshaber der 9. Armee von einer sich abzeichnenden Abänderung des Vernichtungsbefehls: „Der Führer hat mir gesagt, er kann noch eine Million Menschen gebrauchen.“ Der neue Auftrag von Himmler an Bach-Zalewski lautete, die „einsatzfähigen Kräfte ins Reich zu überführen“.

Im Warschauer Vorort Pruszkow wurde ein Durchgangslager eingerichtet, durch das die Zivilbevölkerung der Zug um Zug von den Deutschen eroberten und zerstörten Stadtteile zur Selektion in die Konzentrationslager im Reich durchgeschleust wurde. Am 12.8.1944 traf der erste Transport in Auschwitz ein. Zwischen dem 12.8. und dem 17.9. wurden in vier Transporten 13.000 Männer, Frauen und Kinder von Pruszkow nach Auschwitz deportiert.

Am 9.9. ging in Warschau auf der dt. Seite der Befehl ein, nur noch diejenigen Männer in die Konzentrationslager zu bringen, die aktiv gekämpft hatten. All diejenigen, die sich freiwillig ergeben haben, mit Frauen und Kindern, sind in den normalen Arbeitseinsatz nach Deutschland zu führen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren bereits 50.000- 60.000 Frauen und Männer zur „Vernichtung durch Arbeit“ in die Konzentrationslager verschleppt worden.

70 bis 80 Prozent aller Gebäude der historischen Altstadt, Bibliotheken und Archiven in Warschau waren durch die deutsche Armee während des Aufstandes und der folgenden systematischen Einäscherung der Stadt durch Wehrmacht-Sprengkommandos zerstört worden. Mindestens 150.000 Zivilisten und 16.000 AK-Angehörige wurden bis zur Kapitulation am 2.10.1944 getötet. 200.000 Menschen, meist Zivilisten, waren ermordet, 60.000 in Konzentrationslager und zur Zwangsarbeit verschleppt worden.

Als 1945 am …… die Rote Armee einrückte, lebten nur noch 5.000 Menschen in den Ruinen Warschaus.

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