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Widerstand gegen das NS-Regime in Mannheim

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Der Widerstand gegen das NS-Regime in Mannheim.

LIT zum Widerstand gegen das NS-Regime in Mannheim

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Von der Kommunistischen Partei

Von allen Parteien der Weimarer Republik hatte die KPD unter der Hitler Diktatur die meisten Opfer zu beklagen. Schon 1933/1934 wurden 60.000 Kommunisten verhaftet. Bis Kriegsende, so wird die Zahl der ermordeten Kommunisten geschätzt, starben 20.000

Die KPD entstand 1918 aus dem radikalen Flügel der SPD. Sie bekämpfte die Republik und strebte eine Revolution an, um ein „Sowjet-Deutschland“ zu verwirklichen. Zunehmend geriet sie aber unter den Einfluss der bolschewistischen Führung. Ihre Mitgliederzahl stieg bis 1932 auf 360.000. Sie wurde die Partei der Arbeitslosen. Bei der Reichstagswahl im November 1932 wurde sie mit fast 6 Mio. Wählern sogar die drittstärkste Partei im Reich. Historiker und Zeitzeugen vermuten darin die bürgerliche Unterstützung für die Nazi-Partei Hitlers. 

Im vermeintlichen Interesse der stalinistischen Politik bekämpfte die KPD die Sozialdemokratie zeitweise als „Sozialfaschisten“. Im August 1931 verstieg sie sich sogar zur Unterstützung des Volksentscheids der Rechten (NSDAP/DNVP/Stahlhelm) gegen die sozialdemokratische Preußen-Regierung. Diese verhängnisvolle Taktik änderte sich nur zeitweise durch Druck der Kommintern (Kommunistische Internationale) mit der „antifaschistischen Aktion“ gegen die NSDAP. 

Mannheim war Sitz der KPD für Baden-Pfalz als Sektion der Kommunistischen Internationale (Kommintern). Aber auch hier gab es parteiinterne Flügelkämpfe. 1924 mussten Vertreter der „Rechten“, wie Paul Schreck und Georg Lechleiter den „Linken“ in der Leitung weichen. 1927 wurden dann die „Linken“ unter Georg Kenzler (MdR) und Jakob Ritter (MdL) aus der Partei ausgeschlossen.

G. Lechleiter wurde MdL und Paul Schreck war Fraktionsvorsitzender bis er vom Zentralkomitee gerügt wurde, weil die Fraktion im Badischen Landtag beantragt hatte, außer der SA auch das Reichsbanner zu verbieten. Außerdem war Mannheim im Landtag durch Antonie Langendorf, und im Bürgerausschuss u.a. durch Friedrich Lofink, Babette Ries, Henriette Wagner, Paul Wandel und Ludwig Kober vertreten. 1932 zählte die KPD im Bezirk 12.000 Mitglieder.

Der Höhepunkt der Verhaftungswelle lag schon vor der Reichstagswahl am 5. März 1933. Das Untersuchungsgefängnis im Schloss war bereits überfüllt und auch das Landesgefängnis Herzogenried überbelegt. Unter den Verhafteten befanden sich unter vielen anderen auch Georg Lechleiter, Paul Schreck, Antonie Langendorf und Fritz Apelt. 

Nicht verhaftete Mitglieder übernahmen ersatzweise sofort die Parteiarbeit, hielten den Kontakt zur Führung in Berlin aufrecht, forcierten gleichzeitig den Organisationszusammenhalt, stellten Zeitungen und Flugblätter her, die meist einen Tarnnamen trugen und verbreiteten diese über einen geheimen Verteilerapparat.

Mannheim erhielt den Ruf als rote Hochburg auch dadurch, dass der Kommunistische Jugendverband von den Mannheimern Erwin Ries, Karl Gräsle, Willi Grimm (später in München), Karl-Heinz Hoffmann und Paul Wandel geführt wurde. 

  • Hermann Remmele wurde neben Ernst Thälmann von 1929-1932 zum wichtigsten Parteiführer in Berlin. Er wurde 1939 ein Opfer der Stalinschen Säuberungen in einem sowjetischen Gefängnis.  
  • Franz Doll, MdR, der nach seiner Verhaftung 1934 als verschollen galt. Wahrscheinlich ist er aber in die UdSSR emigriert und dort ebenfalls bei den „Säuberungen“ umgekommen ist.  
  • Erwin Ries starb als Opfer der Stalinschen Säuberungen in der UdSSR.  
  • Karl Gräsle und  
  • Willi Grimm waren bis 1945 im KZ Dachau gefangen 
  • Philipp Geis, 1937 zu 1 Jahr Haft verurteilt, kam 1939 ins KZ Buchenwald und wurde dort 1 Jahr später ermordet.  
  • Otto Walter, MdR, wurde 1935 zu 5 Jahren Haft verurteilt und war bis 1945 im KZ, später wurde er MdL in Sachsen-Anhalt und dann stellvertretender Minister für Staatssicherheit in der DDR. 1983 ist er gestorben.  
  • Friedrich Dürr, bekam 1935 3½ Jahre Zuchthausstrafe, kam danach in das KZ Dachau und wurde am 28. April 1945 erschossen. 
  • Paul Wandel, MAer Bürgerausschuss, war von 1933-1945 in sowjetischer Emigration, danach zeitweise Minister und SED-Sekretär in der DDR.  
  • Karl-Heinz Hoffmann emigrierte, war Offizier im Spanischen Bürgerkrieg und seit 1960 Verteidigungsminister der DDR. Mit der Flucht Hoffmanns 1935 ging der organisierte Widerstand der Kommunisten in Mannheim eigentlich zu Ende. Das bedeutete aber nicht das Ende des Widerstandskampfes durch kleinere Gruppen. Die Verhaftungen und Verurteilungen gingen weiter. 
  • Erwin Strohmeier und  
  • Hans Genzwürker wurden verhaftet, als sie in der Druckerei in der Waldhofstraße ein Flugblatt in einer Auflage von 10.000 Stück herstellten. Sie erhielten 4 bzw. 5 Monate Gefängnis.  
  • Josef Rutz, Stadtkurier in MA erhielt 1936 4½ Jahre Zuchthaus, wurde später aber ins KZ Sachsenhausen eingeliefert und dort 1944 erschossen.  
  • Georg Lechleiter wurde MdL  
  • Paul Schreck war Fraktionsvorsitzender bis er vom Zentralkomitee gerügt wurde, weil die Fraktion im Badischen Landtag beantragt hatte, außer der SA auch das Reichsbanner zu verbieten.  
  • Mannheims KPD war im Landtag auch durch  
  • Antonie Langendorf,  
  • im MAer Bürgerausschuss u.a. durch  
  • Friedrich Lofink 
  • Babette Ries 
  • Henriette Wagner,  
  • Ludwig Kober  
  •  
  • Alfons Kopp 
  • 1932 zählte die KPD im Bezirk 12.000 Mitglieder. 

Zur Gruppe Gartenstadt zählten u.a.: Helmut und Karl Rieß, Ernst Göltenboth, Paul und Katharina Schreck, Josef Reichert, Hans Hofmann, Adam Kenzler, Ludwig und Daniel Seizinger, Max Winterhalter, Jakob Faulhaber, Karl Gräsle, Philipp Kurban, Rudolf Maus und Philipp Brunnemer. 

Im Vorort Waldhof, in dem die KPD 1932 einen besonders hohen Wähleranteil hatte, etwa 120 Mitglieder

In einem Gartenhäuschen in der Waldstraße wurden unter Führung von Alfons Kopp, den man im Juni 1933 verhaftete, antifaschistische Schriften hergestellt. 1935 wurde Kopp mit weiteren 15 Mitgliedern erneut wegen Hochverrat angeklagt. Sie erhielten alle hohe Zuchthausstrafen.  

Gruppe mit Karl Martin sammelte bei Freunden Spenden von mtl. 20-30 Pfennigen und unterstützte mit 2-3 RM die Familien der Verhafteten. Dafür wurden alle Beteiligten, darunter Katharina Schreck, Barbara Ries, Josef Reichert und Ernst Göltenboth, mit hohen Haftstrafen belegt. 

1933 teilte sich die Ortsgruppe. Die Ortsgruppe Gartenstadt u.a. mit Jakob Faulhaber, Max Winterhalter, Daniel Seizinger und Rudolf Maus heraus. Diese Gruppe hatte wegen ihrer mutigen Aktivitäten die meisten Todesopfer zu beklagen. Ihre hektographierte Zeitung war „Der Vorbote“, Von 32 Verhafteten wurden 19 hingerichtet, 3 hatten bereits die Voruntersuchungen, die nicht ohne Folterungen abliefen, nicht überlebt.(S. 350) 


Lit Bearbeiten

Georg Lechleiter S. 189-190

www Bearbeiten

zur Geschichte im 20. Jahrhdt

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